Das Metronom ist unerklärlicherweise unbeliebt. Jedenfalls beim Rest meiner Familie. Ich dagegen mag es. Mein altes E-Drum-Kit von Yamaha hatte eine Trainingsfunktion, bei der das Metronom nach einer einstellbaren Anzahl von Takten eine einstellbare Anzahl von Takten ausgesetzt hat. Außerdem hatte es ein Metronom, bei dem der Klick auf die unterschiedlichen Notenwerte unabhängig eingestellt werden konnte. Mein aktuelles E-Drum-Kit ist wohl zu profi-mäßig dafür. Ein Akzent auf die 1 ist alles, was es zu bieten hat. Ich bin aber leider kein Profi. Also habe ich mich im Google Playstore auf die Suche nach Ersatz begeben und den einen oder anderen Euro ausgegeben, um verschiedene Apps zu testen.
Gap Click by Benny Greb
Das Gute zuerst. Diese App ist einfach zu bedienen. Für irgendwas um die 3 Euro bekommt man ein Metronom mit Pausenfunktion zum Üben. Diese App ist sehr profi-mäßig. So wie mein aktuelles Kit-Modul. Das Metronom kann nur die 1 akzentuieren. Es gibt eine Auswahl verschiedener Metronomarten (z.B. Clave, Agogo oder Cross-Stick). Anfängerfirlefanz wird direkt weggelassen. Mir hilft es jedoch, wenn Viertelnoten anders klingen als Achtel, oder 16tel-Noten. Naja, man kann zumindest die Anzahl der hörbaren Takte und die Anzahl der Pausentakte und den Notenwert, der im Takt vorkommen soll, wählen. Beispielsweise kann die App auch shufflen. Mein ehemaliges E-Drum-Modul war dazu nicht im Stande. Das triolische Yamaha-Metronom sagte immer brav 1, 2, 3, 1, 2, 3, 1, 2, 3, 1, 2, 3, … .
Time Guru
Diese Auch-ca.-3-Euro-App hat eine nicht-triviale Bedienung. Jedenfalls ohne Erklärung. Mit Erklärung ists eigentlich gar nicht so schwer. Man kann sich verschiedene Taktarten zusammensetzen. Im Konfigurationsmenü wählt man als Erstes die Anzahl der Klicks im nächsten Takt. Dann kann man entscheiden, welcher Notenwert entsprechend oft abgespielt werden soll. Das Beispiel auf dem Screenshot zeigt 3 Achteltriolen gefolgt von 3 Viertelnoten. Der erste Klick in jedem Takt ist akzentuiert. Wenn man beispielsweise 2 Achtelnoten als Takt wählt, hört man die erste akzentuiert. Dementsprechend klingen Viertel- und Achtelnoten unterschiedlich. Das ist nicht so komfortabel wie in meinem ehemaligen E-Drum-Kit, aber es geht immerhin irgendwie. Insgesamt ist mir die Bedienung aber etwas zu umständlich. Final sei noch zu erwähnen, dass auch hier zwischen verschiedenen Metronomarten ausgewählt werden kann.
Rhythmbot
Rhythmbot für irgendwas zwischen 5 und 6 Euro ist mehr als nur ein Metronom. Diese App kann einem Grooves zufällig anzeigen und man muss dann das Display dem Rhythmus entsprechend berühren. Leider hat das bei mir trotz Kalibration nicht mit Kopfhörern funktioniert. Und noch besser als aufs Handy tatschen wäre eine Schlagerkennung per Mikrofon. Dann könnte ich die Rhythmen sogar auf dem Übungspad oder dem Schlagzeug spielen. Das würde deutlich mehr Spaß machen. Oder wenn ich selbst Rhythmen vorgeben könnte und nicht nur zufällig gesampelte nachtatschen muss, hätte ich die Funktion sicher öfter in der Hand. Ich benutze dieses gamefizierte Feature entsprechend so gut wie nie. Das Metronom ist aber gut brauchbar. Es kommt dem Metronom meines alten Drum-Sets recht nahe, was die Einstelloptionen, verschiedene Notenwerte verschieden klingen zu lassen, betrifft. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Es gibt eine Gap-Funktion. Und als einzige App findet man hier das Killerfeature schlechthin: einen Timer. Damit brauche ich nicht mehr in einem zweiten Fenster eine Uhr mitlaufen zu lassen. Sehr praktisch.
Soundbrenner
Das Soundbrenner Metronom kann man in einer kostenlosen Variante dauerhaft verwenden. Hin und wieder möchte es einem etwas verkaufen, aber das kann man getrost ignorieren. Featureseitig lässt es keine Wünsche offen. Jeder Beat kann anders klingen. Und es kann auch shufflen. Einen Gap-Klick gibt es leider nur für mindestens 5,99 Euro im Monat. Dafür kriegt man noch mehr Kram, der mich aber gerade nicht interessiert. Seit ich Rhythmbot habe, benutze ich das Ding dementsprechend kaum noch.
Fazit
Ich benutze meistens den Rhythmbot als Metronom mit Gap-Klick. Das Rhythmus-Samplen*Samplen, da die Rhytmen aus Snare- und Kick-Samples bestehen. Und samplen wie zufällig ziehen auf englisch. verwende ich kaum. Manchmal höre ich unterwegs einfach nur das Metronom mit Gap-Klick und versuche dabei verschiedene Rhythmen zu denken oder klopfen.