Seit ungefähr drei Jahren spiele ich Schlagzeug. Im Rahmen des Unterrichts ist mir vor kurzem der einfachste aller nicht-degenerierten Polyrhythmus in folgender Form begegnet.


Die ersten 3 Viertelnoten folgen einem ganz normalen 8tel-Rhythmus. Dann kommt so eine Art verrücktes triolisches Fill auf der Snare, während die Hi-Hat weiterläuft. Das Ganze ist aus Solo 17 aus dem Werk 66 Drumsolos von Tom Hapke. Als ich das gesehen habe, dachte ich: “Was zur Hölle ist das bitte? Wie soll ich sowas verrücktes jemals spielen können?” Am gleichen Tag hatte ich Schlagzeugunterricht. Verzweifelt fragte ich meinen Lehrer. Er antwortete, er spiele es mir nicht auf Hi-Hat und Snare sondern auf Tom*nicht Hapke sondern die Trommel und Snare vor und ich solle es einfach nach Gehör nachspielen. Das klang ungefähr so:


BOOOM! Das hat fast direkt funktioniert und große Begeisterung in mir ausgelöst.

Etwas später ist mir noch eine andere Herangehensweise eingefallen. Man bringt das ganze auf einen Nenner. Oder anders gesagt: Man zählt bis 6. Bei 1 und 4 spielt man die Tom, bei 1, 3 und 5 die Snare. Für die letzte Viertelnote des obigen Rhythmus sieht das folgendermaßen aus.

         | 1 2 3 4 5 6 | 1 2 3 4 5 6 | 1 2 3 4 5 6 | 1 2 3 4 5 6 |
                                                                  
Snare    | o - o - o - | o - o - o - | o - o - o - | o - o - o - |
Tom      | o - - o - - | o - - o - - | o - - o - - | o - - o - - |

Um das ganze zu vertiefen, habe ich mir noch 2 Seiten Rhythmen ausgedacht und in MuseScore notiert. Bei den letzten Rhythmen habe ich übertrieben. Die kann ich selbst nicht spielen und sehe sie eher als Wenn-Überhaupt-Fernziel.